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Erfahrungsbericht Betriebsgemeinschaft Zaunegghof

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Milchviehfütterung, Melkroboter, Züchtung, Ökonomik und Haltung

Erfahrungsbericht Betriebsgemeinschaft Zaunegghof

H. PIRIBAUER

Autor: Hubert PIRIBAUER, BG Zaunegghof, Binder-Piribauer-Schrammel OEG, Schlag 1, A-2833 BROMBERG, email: [email protected]

Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft Raumberg-Gumpenstein, A-8952 Irdning 32. Viehwirtschaftliche Fachtagung, 13. - 14. April 2005, x-x

Die Betriebsgemeinschaft Zaunegghof liegt im südöstlichen Niederösterreich, in der „Buckligen Welt“, auf 700 m See- höhe mit Ø 800 mm Jahresniederschlag (Abbildung 1).

Motivation und Zielsetzung

Ausschlaggebende Motive für die Grün- dung der Betriebsgemeinschaft und we- sentliche Ziele der Kooperation waren und sind einerseits: anstehende Stallneu- bauten bei allen drei Betrieben, Erwei- terung der Produktionseinheit aus be- triebswirtschaftlichen Überlegungen, Möglichkeit zur Spezialisierung der ein- zelnen Partner; sowie andererseits: Ar- beitsentlastung, geregelte Freizeit, Ur- laubs- und Krankenvertretung.

Gebäude und Maschinen

Errichtet wurde ein Milchviehstall (Ab- bildung 2) mit 160 Liegeplätzen, ein Käl-

Bäuerliches Produkt – eigene Identität, kostengünstig und leicht verfügbar, Holzfaser unbeschädigt, 100 % Ausbeute des Holzes, hohe Stabilität und Bruch- festigkeit, kaum Angriffsfläche für Was- ser und Pilzinfektion, billige und einfa- che Verarbeitung, Ausnützung der eng- ringigen Holzteile.

Großes Augenmerk wurde auf „Kuh- komfort“ gelegt.

Offene Seitenwände, hohe Traufe und durchgängig offener First schaffen opti- male Luftverhältnisse. Aufgrund des windexponierten Standortes herrscht auch im Sommer trotz unisoliertem Blechdach ein angenehmes Stallklima.

Bei widrigen klimatischen Bedingungen mit starkem Frost oder Wind lassen sich die offenen Seitenwände mit Curtains verschließen. Die Zuluft wird über den Öffnungsgrad der Planen variiert.

Die Laufflächen sind planbefestigt, für die Rutschsicherheit sorgt ein Rauten- muster, die Entmistung erfolgt mit Breit- schieber.

Die Liegeboxen sind als Tiefbuchten mit Stroh-Mist-Matratze ausgeführt.

Melkanlage: 2 x 10er Fischgräten-Melk- stand (Westfalia) mit Milchmengenmes- sung und Nachmelkautomatik.

Der Warteplatz liegt im Außenbereich und ist für die gesamte Kuhherde dimen- sioniert.

Die Kälber sind in einem eigenen Stall- gebäude untergebracht (Hygiene), die ersten drei Lebenswochen in Einzelbo- xen, danach in Gruppenboxen auf Tief- streu mit Kälbertränkeautomat. Die weiblichen Kälber werden abgespänt und kommen mit ca. 9 Wo. zum Auf- zuchtbetrieb; die abgespänten Stierkäl- ber gehen größtenteils direkt zum Mäs- ter.

Maschinenstand (Abbildung 3):

Radlader 8 t

Traktor 90 PS (Bj. 1998)

Traktor 70 PS (Bj. 1997) Die BG Zaunegghof ist eine Milchvieh-

kooperation, bei der sich 3 Familien wirt- schaftlich in Form einer OEG (Offene Erwerbsgesellschaft) zusammenge- schlossen haben: Fam. Binder, Fam. Pi- ribauer und Fam. Schrammel. Gesell- schafter der OEG sind Elfi und Josef Binder, Hubert Piribauer sowie Christi- ne und Josef Schrammel.

Im März 1999 gab es die ersten konkre- ten Gespräche, im Mai des selben Jah- res begann die Gestaltung des Koopera- tionsvertrages. In der zweiten Hälfte des Jahres 1999 wurden zahlreiche Betriebs- besichtigungen – vor allem in Bayern und Norddeutschland – durchgeführt und anschließend mit der Stallplanung begonnen.

Im April 2000 wurde die Gesellschaft

„BG Zaunegghof, Binder-Piribauer- Schrammel OEG“ gegründet.

Mitte Juni 2000 wurde mit dem Stallbau begonnen, welcher im Juli 2001 fertig- gestellt wurde.

Seit Anfang August 2001 ist die BG Zaunegghof in Betrieb.

Die Betriebsgemeinschaft bewirtschaf- tet insgesamt 80 ha LN, rund 65 ha Acker und 15 ha Grünland und verfügt derzeit über eine Milchquote von 900.000 kg.

Aktueller Viehstand: 130 Milchkühe (Fleckvieh) und Ø 30 Kälber – die Jung- viehaufzucht ist ausgelagert.

Abbildung 1: Außenansicht

berstall und die notwendigen Nebenan- lagen: 2 Güllegruben à 1.000 m³, 3 Traunsteinsilos à 800 m³.

Das Stallgebäude ist als Außenklimastall in Rundholzbauweise (Tanne) konzi- piert. Durch die überwiegende Verwen- dung des Baustoffes Holz fließt ein Teil der Investition direkt in die Landwirt- schaft zurück.

Besonderheiten und Vorteile der Rund- holzbauweise im Stallbau:

Abbildung 2: Sepp Schrammel im Stall

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H. PIRIBAUER

32. Viehwirtschaftliche Fachtagung, HBLFA Raumberg-Gumpenstein 2005

Traktor 50 PS (Bj. 1971)

Futtermischwagen 12 m³, vertikal

Pflug – 4scharig

Egge

Grubber

Düngerstreuer

bonus der höchsten Stufe und damit den bestmöglichen Milchpreis.

Betriebsmittel, wie z.B. Futtermittel, Saatgut, Düngemittel, Treibstoff, ...

werden in größeren Mengen benötigt und können daher zu günstigen Prei- sen eingekauft werden.

Abbildung 4: Totalmischration (TMR) Die vorhandenen Maschinen der Einzel-

betriebe wurden zu Betriebsbeginn je nach Bedarf entweder in die BG einge- bracht oder verkauft. Die Bodenbearbei- tung und Düngung (Handelsdünger) wird selber durchgeführt – Ernte und Wirtschaftdüngerausbringung wird über den Maschinenring erledigt.

Betriebswirtschaftliche Aspekte

Die Baukosten betrugen:

Gesamtkosten: EUR 570.000,-- Kosten/Kuhplatz: EUR 3.563,-- Durch die Errichtung des gemeinsamen Stalles (im Gegensatz zu 3 vergleichbaren Einzelställen à 50 Kuhplätzen) konnten vor allem durch die nur 1 mal notwendige Melk- und Fütterungstechnik wesentlich Kosten eingespart werden. Aufgrund der größeren Auftragssumme war zudem eine vorteilhafte Verhandlungsbasis für die Ein- kaufspreise gegeben.

Im laufenden Betrieb ergeben sich fol- gende Vorteile (Abbildung 4):

Durch die höhere Milchanlieferung (NÖM) erhalten wir sowohl den Hal- testellenbonus als auch den Mengen- Abbildung 3: Füllen des Mischwagens

umsatzsteuerliche und einkommenssteu- erliche Pauschalierung erhalten.

Die freiwillige Umsatzsteuer-Option ist - wie bei jedem anderen landw. Betrieb - möglich und wurde bei uns ab OEG- Gründung durchgeführt (2000 - 2004).

Zu beachten ist betreffend Einkommens- steuer-Ermittlung, dass die Grenzen zur Buchführungspflicht rascher erreicht werden (65.500/150.000 EHW bzw.

EUR 400.000,-- Umsatz)!

Spezielle Aspekte der Kooperation

Die Kooperation erfordert einen geregel- ten „Dienstplan“ - das ermöglicht freie Wochenenden und Urlaub, aber auch eine Vertretung im Krankheitsfall.

Durch die Zusammenarbeit in der Be- triebsgemeinschaft ist Arbeitsteilung möglich aber auch eine klare Aufteilung von Verantwortungsbereichen sinnvoll – jeder hat sein „Spezialgebiet“, in dem er sich intensiv weiterbilden und profilie- ren kann.

Natürlich ergibt sich durch die Zusam- menarbeit auch ein gewisses Konflikt- potential - Toleranz und Konfliktlösungs- fähigkeit sind Voraussetzung für eine Betriebskooperation.

Unser Leitsatz (Abbildung 5):

„Gemeinsam wachsen – Gemeinsam Kosten sparen – durch Gemeinschaft Freizeit und Urlaub ermöglichen“

Die Tierarztkosten werden durch die Herdengröße verringert, weil laufend nötige Untersuchungen bei den Visi- ten besser gebündelt werden können.

Die Eigenbestandsbesamung ist der kostengünstigere Weg – die nötige Routine wird aufgrund der Herdengrö- ße erreicht.

Durch die Zusammenarbeit in der Be- triebsgemeinschaft werden sämtliche Arbeitsstunden erfasst und mit EUR 9,- /Std. entlohnt.

Zusätzlich werden Gebäudemieten, Pacht, Maschinenleistungen, Kapitalver- zinsung separat ausbezahlt.

Betreffend Förderungen ergeben sich durch die Kooperation eher Nachteile:

aufgrund der Betriebsgröße, die gemein- sam erreicht wird, treffen Modulation und Degression zu. Betriebsgemein- schaften werden in dieser Hinsicht mit Einzelbetrieben in gleicher Größe völlig gleich gestellt.

Steuerrechtlich ergeben sich im Fall der BG Zaunegghof, die in Form einer OEG gegründet wurde, folgende Aspekte:

Grundsätzlich bleibt auch bei einer land- wirtschaftlichen Erwerbsgesellschaft die

Abbildung 5: Familien Binder, Piribau- er, Schrammel (2001)

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