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Wichtige interessenpolitische Erfolge & Aufgaben

Die Landwirtschaftskammer unterstützt die Waldbesitzer in der nachhaltigen Weiter-entwicklung der heimischen Forstwirtschaft und setzt sich in forstpolitischen, jagdli-chen und naturschutzrechtlijagdli-chen Belangen interessenpolitisch ein. Im Jahr 2012 wur-den in diesem Zusammenhang folgende zukunftsrelevante Themenfelder behandelt:

n Umsetzung der Waldwirtschaftscharta Steiermark n Forstförderung LE 14-20

n Forstlicher Einheitswert

n Umsetzung Novelle des Jagdgesetzes (Fütterung, Schwarzwildkirrung, Vogelschutzrichtlinie etc.) n Mariazeller Erklärung (Jagd)

n LULUCF, Land use and Land use management n ÖWÖP, Österreichisches Waldökologie Programm n Natura 2000, Niedere Tauern, Thema Managementpläne n Österreichische Strategie zur Anpassung an den Klimawandel n Holzflusssteuerung

n ÖBB Railcargo – steirische Verladebahnhöfe für Holz n Verstärkte Ansprache inaktiver Waldbesitzer

n Mitwirkung in den Arbeiskreisen von FHP Waldwirtschaftscharta Steiermark

Die „Waldwirtschaftscharta Steiermark“ hat das Ziel, die große Bedeutung der Waldwirtschaft für unser Land darzustellen und das Bewusstsein und Ver-ständnis innerhalb der Bevölkerung und der politischen Entscheidungsträger für eine nachhaltige, verantwortungsvolle Familienforstwirtschaft zu verankern.

Für die Umsetzung wichtiger Ziele zur Weiterentwicklung einer nachhaltigen multifunktio-nalen Waldwirtschaft wurde über den Forstausschuss der Landwirtschaftskammer eine Steuerungsgruppe eingerichtet, die sich aus Vertretern einzelner Interessensgruppen der Forstwirtschaft zusammensetzt. Die Steuerungsgruppe hat von Landesrat Johann Seitin-ger den Auftrag bekommen, in einem dynamischen Zukunftsprozess Maßnahmen zu defi-nieren, Lösungen zu erarbeiten, diese umzusetzen und die Zielerreichung zu kontrollieren.

Anfang des Jahres 2012 fanden die ersten Steuerungsgruppenworkshops statt.

Die Teilnehmer an diesem Prozess erklären sich bereit, den Landesrat in seinen Bemü-hungen um die Sicherstellung einer nachhaltigen, multifunktionalen Waldwirtschaft im Sinne von sieben definierten Handlungsfeldern zu unterstützen. Die heimische Forst-wirtschaft bekennt sich zu einer nachhaltigen, ökologischen WaldbeForst-wirtschaftung, um alle Wirkungen und Leistungen des Waldes langfristig zu sichern.

Die heimische Forstwirtschaft bekennt sich zu einer nachhaltigen, ökologischen Waldbewirtschaftung, um alle Wirkungen und Leistungen des Waldes langfristig zu sichern.

Die sieben Handlungsfelder der Waldwirtschaftscharta Steiermark n Wir gestalten Vielfalt

n Wir schaffen Einkommen n Wir schützen Eigentum n Wir arbeiten zusammen n Wir schützen vor Naturgefahren n Wir sichern Ökosystemleistungen

n Wir gestalten den Lebensraum für das Wild

Die „Waldwirtschaftscharta Steiermark“ ist das Ergebnis eines umfassenden Dialog-prozesses von Waldbesitzern, Forstleuten und Organisationen, die mit der Waldbewirt-schaftung betraut sind.

Folgende Organisationen nehmen aktiv am Prozess teil: Landarbeiterkammer Steier-mark, Land-& Forst Betriebe SteierSteier-mark, Waldverband SteierSteier-mark, Österreichische Bundesforste, Landesforstdirektion Steiermark, Wildbach- und Lawinenverbauung, Forstverein, Höhere Lehranstalt für Forstwirtschaft, die Forstfrauen, Forstliche Ausbil-dungsstätte Pichl, Land- und Forstwirtschaftliches Berufs- und Fachschulwesen, Förs-tervereinigung, Landwirtschaftskammer Steiermark Forstabteilung.

ÖBB Railcargo – steirische Verladebahnhöfe für Holz

Mit Vertretern der Rail Cargo Austria wurde am 20.11.2012 ein Arbeitsgespräch abgehal-ten, bei dem Lösungsansätze für den Erhalt von strategisch wichtigen Verladebahnhö-fen im Großraum Eisenerz, Hieflau, Großreifling diskutiert wurden. Ursprünglich wurde von der ÖBB beschlossen, die sechs steirischen Verladebahnhöfe Rohrbach-Vorau, Eisenerz, Hieflau, Groß- und Kleinreifling sowie Weißenbach zu schließen. Das hätte eine Verlagerung des Verkehrs von der Schiene auf die Straße, mehr CO2-Ausstoß und letztendlich eine Schwächung der ländlichen Regionen zur Folge gehabt.

In einem Arbeitsgespräch wurden Grundsätze erarbeitet, die seitens der Forstwirt-schaft mitgetragen werden können:

n Umsetzung einer Wintersperre von Dezember bis Februar n Alternatives Bedienungskonzept, Abzug des Verschubes

aus Hieflau und Bedienung über Selztal n Kein Rückbau der Bahnstrecke

n Katastrophenfall wird unabhängig der neuen Lösung projektmäßig bedient (Beispiel Paula)

In Gesprächen mit der Rail Cargo Austria konnte die Schließung von

Verladebahnhöfen verhindert werden.

Österreichische Strategie zur Anpassung an den Klimawandel

Am 23. Oktober 2012 wurde dem Ministerrat eine Strategie der Forstwirtschaft zur Anpassung der Waldbewirtschaftung an den Klimawandel vorgelegt und beschlossen.

Im Speziellen wurden acht Punkte formuliert, an denen sich die Forstwirtschaft orien-tieren wird und auch im Sinne des Walddialoges dargestellt werden sollen:

n Anpassung der Baumarten- und Herkunftswahl n Bodenschonende Bewirtschaftung

n Reduktion der Wildschadensbelastung

n Entwicklung eines Beratungskonzeptes für WaldbesitzerInnen bezüglich der Anpassung der Wälder an den Klimawandel

n Adaptierung und Verbesserung des Störungs- und Kalamitätsmanagements n Etablierung von Vorsorgemaßnahmen im Hinblick auf

die mögliche Zunahme von Waldbränden

n Immissionsschutz Wald – Integrierte Waldinventur und Immissionsmonitoring n Entwicklung von adaptierten und innovativen Techniken zur Holzverarbeitung unter

Berücksichtigung möglicher Veränderungen der Holzqualität und der Baumarten Forstförderung Ländliche Entwicklung 2014-2020

Die forstliche Förderung im Rahmen des Programms der Europäischen Union Ländliche Entwicklung LE 14+ ist ein wichtiges Standbein zur Unterstützung einer nachhaltigen, verantwortungsvollen Familienforstwirtschaft in Österreich – zu der sich auch die Stei-ermark bekennt.

Um die Ziele für die heimische Forstwirtschaft im Rahmen ausgewählter Artikel des ERLER (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes) zu erarbeiten, wurden innerhalb der Forstsektion des Ministeriums vier Arbeitsgruppen gebildet. In den Arbeitsgruppen wird das laufende Programm evaluiert und davon abge-leitet werden Vorschläge für die neue LE entwickelt. Die Arbeitsgruppen sind: Wald.Wirt-schaft, Wald.Wasser.Naturgefahren, Wald.Ökologie, Wald.Gesellschaft.Bildung, Was-ser.Wasserrahmenrichtlinie. Besondere Mitarbeit der Landwirtschaftskammer erfolgt in den Arbeitsgruppen Wald und Ökologie sowie Wald.Gesellschaft.Wissen.Bildung.

Die forstliche Förderung der Europäischen Union Ländliche Entwicklung LE 14+ ist ein wichtiges Standbein zur Unterstützung einer nachhaltigen,

verantwortungsvollen Familienforstwirtschaft.

Forstlicher Einheitswert

Die letzte Festsetzung des forstlichen Einheitswertes wurde im Jahr 1988 durchge-führt und liegt damit Jahrzehnte zurück. Aufgrund dieser Situation hat die Landwirt-schaftskammer bereits seit Jahren eine Neufeststellung der Einheitswerte für das land- und forstwirtschaftliche Vermögen gefordert. Forstfachlich ist die Neugestaltung des forstlichen Einheitswertes bis auf kleine Details abgeschlossen.

Das bedeutet im Überblick:

n Das System Einheitswert bleibt aufrecht.

Im Forstbereich gibt es keine andere flächendeckende Beurteilung der forstlichen Besitzverhältnisse, eine Neufeststellung ist daher grundsätzlich sinnvoll.

n Noch nicht geklärt wurde die Definitionsgrenze, ab wann der Waldbesitz als Kleinstwald gilt. Aktuell liegt die Obergrenze bei zehn Hektar. Eine Verschiebung der Grenze auf 15 oder 20 Hektar ist möglich. Die Obergrenzen für die Definitionen von Klein- (< 100 Hektar) und Großwald (>100 Hektar) bleiben, wie bisher, bestehen. Für den Kleinstwald wird es unabhängig von den realen Verhältnissen pauschale Hektarsätze für die jeweiligen Bezirke geben.

Detailliertere Informationen zu den Hektarsätzen gibt es jedoch noch nicht.

proHolz Steiermark – Holzcluster Steiermark

An einer Neuausrichtung der Organisationen proHolz und Holzcluster wurde im Rahmen einer Arbeitsgruppe mit Vertretern der Mitglieder von proHolz Stei-ermark gearbeitet. Ziel ist es, die Organisationen in Zukunft schlanker zu füh-ren und die Marke proHolz wieder stärker in den Vordergrund zu rücken.

Der Holzcluster soll außerdem verstärkt entlang der Wertschöpfungskette Holz mit Ver-tiefung im Bereich Holzbau positioniert werden.

Ziel ist es, die Wichtigkeit der Verwendung des Rohstoffes Holz als klimafreundlichen Rohstoff in der Öffentlichkeit und Politik zu verankern und den Holzabsatz durch Holz-fachberatung, Lobbying und Öffentlichkeitsarbeit zu steigern und die Verdoppelung des Holzverbrauchs von 0,6 auf 1,2 m³ pro Kopf und Jahr zu forcieren. Holz trägt wesentlich zur Speicherung von CO² bei und leistet einen wesentlichen Beitrag zum Schutz des Klimas. Bei einer Verdoppelung bis 2015 steigt die CO²-Ersparnis in der Atmosphäre auf 6,2 Millionen Tonnen. Das ist die Jahresemission von 4,1 Millionen Kraftfahrzeugen.

Holz trägt wesentlich zur Speicherung von CO2 bei und leistet einen wesentlichen Beitrag zum Schutz des Klimas.

Wichtige Beratungs-, Bildungs- und