Volatilita‹t aufgrund niedriger Volumina in zahlreichen

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Struktur der Einlagen von inländischen Nichtbanken

2. Neugescha‹ft fu‹r ta‹glich fa‹llige Einlagen, Einlagen mit

3.4 Volatilita‹t aufgrund niedriger Volumina in zahlreichen

Kategorien

Ein fu‹r die Analyse — nicht nur der Zinssa‹tze, sondern auch der dahinter stehenden Volumina — gro§es Prob-lem ist die hohe Volatilita‹t in zahlrei-chen Kategorien aufgrund des niedri-gen Volumens, das pro Monat gemel-det wird. Damit sind zahlreiche Kate-gorien sehr stark von einzelnen Gescha‹ften abha‹ngig. Dies gilt ins-besondere fu‹r die Kategorien mit Zinsbindung von u‹ber einem Jahr.

Da in O ‹ sterreich zurzeit kaum Neuge-scha‹ft mit la‹ngerer Zinsbindung abge-schlossen wird, beeinflussen einzelne Gescha‹fte mit hohem Volumen das ag-gregierte O ‹ sterreich-Ergebnis sehr stark. Oftmals werden solche Ge-scha‹fte mit la‹ngerer Zinsbindung auch nur an Kunden mit sehr guter Bonita‹t vergeben, was zur Folge hat, dass in Kategorien mit la‹ngerer Zinsbindung manchmal niedrigere Zinssa‹tze als in Kategorien mit ku‹rzerer Zinsbindung zustande kommen. Zusa‹tzlich proble-matisch wird diese Einzelgescha‹ftsab-ha‹ngigkeit durch den Umstand, dass aufgrund der Sampleerhebung in der Zinssatzstatistik Hochrechenfaktoren verwendet werden. Diese ko‹nnen

ins-besondere fu‹r kleinere Kreditinstitute (z. B. Raiffeisenkassen) relativ hoch sein. Wenn aber in einem Monat der Ausnahmefall eintritt, dass eine kleine Raiffeisenkasse ein au§ergewo‹hnlich gro§es Gescha‹ft in einer Kategorie macht, sonst aber kaum Gescha‹fte von anderen Kreditinstituten gemel-det werden, kann dieses kleine Kreditinstitut das Neugescha‹ftsvolu-men und in Folge auch den Zinssatz entscheidend dominieren. Somit ist eine sinnvolle Analyse der Neuge-scha‹ftsvolumina nur in Kategorien mit einer gewissen Voluminaho‹he sinnvoll.

4 Publikation der Daten Trotz der Bedenken, die es im Zusam-menhang mit der Analyse der Neuge-scha‹ftsvolumina gibt, hat sich die OeNB aufgrund des Umstands, dass es immer wieder diesbezu‹gliche An-fragen gegeben hat, dazu entschlos-sen, ab sofort die fu‹r die Berechnung des kapitalgewichteten Durchschnitts-zinssatzes fu‹r O ‹ sterreich relevanten Neugescha‹ftsvolumina zu vero‹ffent-lichen. Allerdings beschra‹nkt sich die Vero‹ffentlichung auf 15 Neugescha‹fts-indikatoren. Dafu‹r gibt es mehrere Gru‹nde: Ein Hauptgrund ist, dass es bei manchen Neugescha‹ftsvolumina zu gewissen Berichtsterminen Prob-leme mit dem Vertraulichkeitsgrund-satz, den die OeNB bei der Publika-tion von Finanzdaten zu beachten hat, gibt. Dieser besagt, dass aus den vero‹ffentlichten Daten keine Ru‹ck-schlu‹sse auf Einzelbankdaten mo‹glich sein du‹rfen, was lediglich gewa‹hr-leistet werden kann, wenn hinter den aggregierten Daten zumindest Einzelbankdaten von drei oder mehre-ren Meldern stehen. Weiters ist eine sinnvolle Verwendung der Neuge-scha‹ftsvolumina auch nur mo‹glich, wenn eine gewisse Datenmenge hinter Ve r o ‹ f f e n t l i c h u n g d e r N e u g e s c h a ‹ f t s vol u m i na au s d e r E Z B - Z i n s s atz s tat i s t i k —

Kon z e p t i on u n d a na lyt i s c h e r N u t z e n

den jeweiligen Aggregaten steckt.

Deshalb wird von den erhobenen Neugescha‹ftsvolumina u‹ber Fremd-wa‹hrungskredite derzeit auch nur jenes u‹ber Kredite in Schweizer Fran-ken vero‹ffentlicht, das a‹hnlich wie bei den Bestandsdaten rund 80 % des ge-samten in Fremdwa‹hrung vereinbar-ten Neugescha‹ftsvolumens repra‹sen-tiert.

Die Daten fu‹r die 15 Neuge-scha‹ftsvolumina werden monatlich zeitgleich mit den entsprechenden

Zinssa‹tzen in den beiden Tabellen ªGewichte zu Einlagenzinssa‹tzen — Neugescha‹ft bzw. ªGewichte zu Kreditzinssa‹tzen — Neugescha‹ft im Internet vero‹ffentlicht. Um den deut-lichen Zusammenhang mit den ent-sprechenden Zinssa‹tzen zu versta‹r-ken, werden die Neugescha‹ftszins-sa‹tze bei den statistischen Daten auch im Bereich ªZinssa‹tze und Wechsel-kurse angesiedelt und im Unterkapi-tel ªZinssa‹tze der Kreditinstitute zu finden sein.

Tabelle 1

Gewichte zu Einlagenzinssa‹tzen — Neugescha‹ft

in Mio EUR

2004 2005 2006 Aug. 06 Sep. 06 Okt. 06 Nov. 06 Dez. 06 Ja‹n. 07 Neu vereinbarte

Einlagen1)2) von privaten Haushalten3) mit vereinbarten Laufzeiten

bis 1 Jahr 3.148 3.033 4.525 4.818 3.617 5.282 4.300 5.037 7.628

1 bis 2 Jahre 310 378 698 635 383 763 789 556 1.103

u‹ber 2 Jahre 824 616 505 397 355 599 461 386 678

von nichtfinanziellen Unternehmen3) mit vereinbarten Laufzeiten

bis 1 Jahr 3.080 3.325 4.603 4.347 5.052 5.654 4.739 5.900 5.820

Quelle: OeNB.

1) Darunter fallen alle Finanzvertra‹ge, Bedingungen und Modalita‹ten, die erstmals den Zinssatz einer Einlage festlegen und alle neu verhandelten Vereinbarungen in Bezug auf bestehende Einlagen.

2) In EUR.

3) Der Subsektor ªfreie Berufe und selbststa‹ndig Erwerbsta‹tige war bis einschlie§lich Mai 2004 Teil des Sektors ªnichtfinanzielle Unternehmen und ist seit Juni 2004 im Sektor ªprivate Haushalte enthalten.

Ve r o ‹ f f e n t l i c h u n g d e r N e u g e s c h a ‹ f t s vol u m i na au s d e r E Z B - Z i n s s atz s tat i s t i k —

Kon z e p t i on u n d a na lyt i s c h e r N u t z e n

Tabelle 2

Gewichte zu Kreditzinssa‹tzen

1

) — Neugescha‹ft

in Mio EUR

2004 2005 2006 Aug. 06 Sep. 06 Okt. 06 Nov. 06 Dez. 06 Ja‹n. 07 Neu vereinbarte

Kredite1) an private Haushalte2)3) fu‹r Konsum

insgesamt 478 480 440 441 457 435 387 344 418

mit anfa‹nglicher Zinsbindung

bis 1 Jahr4) 422 413 363 354 369 349 322 296 353

fu‹r Wohnbau

insgesamt 589 738 789 767 921 849 730 890 787

mit anfa‹nglicher Zinsbindung

bis 1 Jahr4) 313 446 437 382 539 533 427 514 431

1 bis 5 Jahre 256 280 328 372 329 290 283 349 326

Sonstige Zwecke

insgesamt 357 439 450 439 534 475 379 521 573

an nichtfinanzielle Unternehmen2)3) Kredite bis 1 Mio EUR

insgesamt 1.095 1.088 1.048 1.001 1.048 1.160 968 1.251 1.194

mit anfa‹nglicher Zinsbindung

bis 1 Jahr4) 1.012 1.017 980 938 1.001 1.082 917 1.172 1.111

Kredite u‹ber 1 Mio EUR

insgesamt 4.162 4.837 5.240 5.036 5.709 5.193 4.584 6.433 6.314

mit anfa‹nglicher Zinsbindung

bis 1 Jahr4) 3.999 4.653 4.970 4.897 5.444 4.866 4.471 6.118 5.887 an private Haushalte

und nichtfinanzielle Unternehmen

Kredite in CHF 2.095 2.060 1.871 1.702 1.915 1.497 1.346 1.582 1.401 Quelle: OeNB.

1) Darunter fallen alle Finanzvertra‹ge, Bedingungen und Modalita‹ten, die erstmals den Zinssatz eines Kredits festlegen und alle neu verhandelten Vereinbarungen in Bezug auf bestehende Kredite.

2) In EUR.

3) Der Subsektor ªfreie Berufe und selbststa‹ndig Erwerbsta‹tige war bis einschlie§lich Mai 2004 Teil des Sektors ªnichtfinanzielle Unternehmen und ist seit Juni 2004 im Sektor ªprivate Haushalte enthalten.

4) Inklusive variabler Zinssa‹tze.

Ve r o ‹ f f e n t l i c h u n g d e r N e u g e s c h a ‹ f t s vol u m i na au s d e r E Z B - Z i n s s atz s tat i s t i k —

Kon z e p t i on u n d a na lyt i s c h e r N u t z e n

Mitarbeitervorsorgekassen sind Institutionen, die zur Hereinnahme und Veranlagung von Abfertigungs-beitra‹gen im Rahmen der ªAbfertigung neu im Jahr 2003 eingerichtet wurden. Sie sind als rechtlich selbststa‹ndige Sonderkreditinstitute konstruiert und unterliegen deshalb ab Konzessionserteilung durch die Finanzmarktaufsicht dem Bankwesengesetz (BWG). Die Bilanzsumme der neun in O ‹ sterreich ta‹tigen Mitarbeitervorsorgekassen betrug Ende 2006 1,16 Mrd EUR. Das entsprach einem Anteil an der Gesamtbilanzsumme aller in O ‹ sterreich ta‹tigen Kreditinstitute von 0,14 %, sowie einer Erho‹hung um 0,43 Mrd EUR oder rund 60 % gegenu‹ber dem 31. Dezember 2005.

Das Volumen der Abfertigungsanwartschaften belief sich Ende 2006 auf 1,13 Mrd EUR. Ende 2005 wurde hingegen erst ein Volumen von 696,04 Mio EUR ausgewiesen. Daraus ergab sich ein Anstieg von 429,91 Mio EUR oder 61,8 %.

Bei den anrechenbaren Eigenmitteln wiesen die Kassen zum 31. Dezember 2006 ein Volumen von 22,33 Mio EUR auf; das entsprach einem geringen Zuwachs (+0,57 Mio EUR oder +2,6 %) gegenu‹ber dem 31. Dezember 2005. Das Eigenmittelerfordernis fu‹r Solvabilita‹t (das ist jener Risikowert, der sich auf Basis des ⁄ 22 BWG ergibt) betrug Ende 2006 0,86 Mio EUR. Daraus ergab sich eine geringe Erho‹hung um 0,11 Mio EUR oder 14,7 % gegenu‹ber Ende 2005. Die unkonsolidierte Eigenmittelquote in % (Capital Ratio) gema‹§ BWG ergab Ende Dezember 2006 208,1 % (31. Dezember 2005: 234,3 %).

1 Organisation, gesetzliche Grundlagen und

Meldeverpflichtung

Mitarbeitervorsorgekassen (MV-Kas-sen) sind Institutionen, die zur Her-einnahme und Veranlagung von Ab-fertigungsbeitra‹gen im Rahmen der ªAbfertigung neu (Neugestaltung der Abfertigungsregelung und Aus-lagerung der Abfertigung von den Unternehmen zu den Mitarbeitervor-sorgekassen seit 2003) eingerichtet wurden. Die den MV-Kassen u‹ber-wiesenen Abfertigungsbeitra‹ge fu‹r die Anwartschaftsberechtigten (Arbeit-nehmer) werden treuha‹ndig von die-sen verwaltet. Das Mitarbeitervorsor-gekassengescha‹ft darf nur von Aktien-gesellschaften oder von Gesellschaften mit beschra‹nkter Haftung betrieben werden.

Sie sind als rechtlich selbststa‹ndige Sonderkreditinstitute konstruiert und unterliegen deshalb ab Konzessionser-teilung durch die Finanzmarktaufsicht dem Bankwesengesetz (BWG). Die Konzessionen wurden im September bzw. November 2002 erteilt. Auf-grund des Kreditinstitutsstatus ergibt sich eine gesetzlich vorgesehene

Mel-depflicht von Daten an die Oesterrei-chische Nationalbank (OeNB). Das hei§t, MV-Kassen haben kreditinsti-tutsspezifische Meldungen gema‹§

⁄ 74 BWG in elektronischer Form an die OeNB zu u‹bermitteln.

Zusa‹tzlich mu‹ssen Daten u‹ber die Eigenmittel- und Veranlagungsvor-schriften (⁄ 20 bzw. ⁄ 30 BMVG — Betriebliches Mitarbeitervorsorgege-setz) gemeldet werden. Als rechtliche Grundlagen fu‹r diese Meldung dienen das BMVG (mit 1. Juli 2002 in Kraft getreten, gilt fu‹r alle nach dem 31. Dezember 2002 abgeschlossenen Dienstverha‹ltnisse) und die Mitarbei- tervorsorgekassen-Quartalsausweis-Verordnung (MIQA-VO).

Sowohl das BMVG als auch die MIQA-VO wurden bereits novelliert, da mit September 2003 das Immo-bilien-Investmentfondsgesetz in Kraft getreten ist, wodurch es MV-Kassen ermo‹glicht wurde, in Immobilien-fonds zu veranlagen. Au§erdem musste eine rechtliche Basis (Zuwei-sungsverfahren) geschaffen werden, fu‹r den Fall, dass Unternehmen noch keinen Vertrag mit einer MV-Kasse abgeschlossen haben.

Beatrix Jaksic

Allgemeine Informationen und statistische Daten zu den Mitarbeitervorsorgekassen

Entwicklung im Jahr 2006

2 Abfertigung neu — die Entwicklung zum Erfolgsmodell

Die betriebliche Mitarbeitervorsorge wurde 2003 eingefu‹hrt, um ein sozial gerechteres Abfertigungssystem in O ‹ sterreich zu erwirken. Kamen fru‹-her nur rund 15 % der Arbeitnehmer in den Genuss von teils sehr hohen Abfertigungszahlungen, so bekommen mit dem neuen System alle Arbeit-nehmer (auch Lehrlinge, Pra‹senzdie-ner, Mu‹tter und Va‹ter in Karenz etc.) eine Abfertigung ausbezahlt.

Das auf einem gemeinsamen Vor-schlag der Sozialpartner beruhende System hat sich mittlerweile zum Erfolgsmodell gewandelt. Bereits u‹ber zwei Millionen Arbeitnehmer in O ‹ sterreich haben Anspruch darauf.

Im Jahr 2006 hat sich die Anzahl der zwischen Unternehmen und MV-Kas-sen abgeschlosMV-Kas-senen Beitrittsvertra‹ge auf 298.895 erho‹ht.

Dazu beigetragen hat sicherlich das im BMVG seit Juni 2005 veran-kerte Zuweisungsverfahren, demzu-folge Arbeitgeber, die bis November 2005 keiner MV-Kasse beigetreten waren, vom Hauptverband der Sozial-versicherungstra‹ger einer beliebigen MV-Kasse zugeteilt wurden.

Der Erfolg dieses Modells beruht einerseits zu gro§en Teilen auf den Vorteilen, die sich fu‹r Arbeitgeber und Arbeitnehmer aus dem neuen System ergeben haben, andererseits sicherlich auch auf der immer sta‹rker werdenden Nachfrage nach finan-zieller Vorsorge in der Pension.

Die betriebliche

Mitarbeitervor-sorge bildet gemeinsam mit der

staat-lich gefo‹rderten Zukunftsvorsorge

(auch dieses Modell erfreut sich

groܤ-ter Beliebtheit) die zweite und dritte

Sa‹ule der Pensionsvorsorge (erste

Sa‹ule: Staatliche Pension).

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